MICE-Report 2026: Branche stabilisiert sich - hoher Kostendruck bleibt
Nach wirtschaftlich herausfordernden Jahren zeigt sich in der deutschen MICE-Branche ein leichtes Aufatmen: Die Unternehmen agieren weiterhin kostenbewusst, aber die Eventbudgets bleiben stabil und werden seltener gekürzt.

Zu diesem Fazit kommt der MICE-Report 2026 der Event Inc Group, für den knapp 270 Event-Experten aus deutschen Unternehmen, Tagungshotels und Locations befragt sowie mehr als 300.000 interne Anfrage- und Buchungsdaten ausgewertet wurden. 60% der Unternehmen verfügen demnach 2026 über ein gleichbleibendes Eventbudget, während der Anteil der Unternehmen mit Budgetkürzungen von 33% im Vorjahr auf 22% gesunken ist.
Ein Jahr des vorsichtigen Optimismus
Gleichzeitig investiert fast jedes fünfte Unternehmen wieder mehr in Veranstaltungen. Die Branche bewegt sich somit wieder zu mehr Planbarkeit. Tagungen, Schulungen und Firmenfeiern sind strategisch fest in den Unternehmen verankert. Dies zeigt sich auch bei der Anzahl der geplanten Veranstaltungen: 23% der Unternehmen planen 2026 mehr Events als im Vorjahr, während nur noch 18% mit einer Reduzierung rechnen.
Noch optimistischer als die Unternehmen blickt die Anbieterseite in die Zukunft: 44% der Tagungshotels und Eventlocations rechnen mit steigenden Veranstaltungszahlen, was eine deutliche Erwartungslücke zwischen Nachfrage- und Angebotsseite zeigt. „2026 wird kein flächendeckendes Wachstumsjahr, sondern ein Jahr des vorsichtigen Optimismus. Die Entwicklung hängt stark vom Standort, der Branche und dem Kundensegment ab“, so Paul Philipp Hermann, CEO der Event Inc Group.
Betriebskosten steigen fast überall
Trotz stabilerer Budgets auf der Unternehmensseite bleibt der wirtschaftliche Druck hoch: Auf der einen Seite sind die Kunden deutlich preisbewusster geworden - und auf der anderen Seite berichten über 90% der befragten Tagungshotels und Eventlocations von steigenden Betriebskosten.
Die im Jänner 2026 in Deutschland eingeführte Mehrwertsteuersenkung auf Speisen wird daher auch nur teilweise an die Kunden weitergegeben: 42% der Anbieter nutzen den steuerlichen Vorteil zur Kompensation gestiegener Kosten - und nur 25% geben ihn vollständig oder teilweise weiter. „Die steuerliche Entlastung ist laut unseren Ergebnissen kein Preissenkungsprogramm“, erklärt Hermann: „In erster Linie hoffen wir, dass sie weitere Preissteigerungen verhindert.“
Weihnachtsfeiern um 11 Prozent teurer
Der MICE-Report analysiert die Kosten von Veranstaltungen, die über eventinc.de angefragt und gebucht werden. Die aktuellen Auswertungen zeigen dabei, dass betriebliche Weihnachtsfeiern im vergangenen Jahr durchschnittlich 144 Euro pro Person kosteten und zu 64% in Eventlocations stattfanden. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einem Kostenanstieg von 11%.
Die Preise für Tagungen blieben hingegen weitgehend stabil. Im Durchschnitt lagen die Kosten bei 201 Euro pro Person und damit leicht unter dem Vorjahreswert von 207 Euro. Während die Übernachtungskosten von 135 Euro auf 126 Euro sanken, stiegen die Tagungspauschalen leicht von 72 Euro auf 75 Euro. Übernachtungen waren dabei ein fester Bestandteil von Tagungen: 37% der Unternehmen buchten im Jahr 2025 eine Übernachtung, 24% zwei und 10% sogar drei oder mehr.
Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Ein klarer Trend zeigt sich bei der Digitalisierung: 87% der Unternehmen bestätigen, dass digitale Prozesse ihre Eventplanung spürbar erleichtern und Zeit sparen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat innerhalb eines Jahres deutlich zugenommen. Inzwischen nutzt sie über ein Drittel der Unternehmen aktiv in der Eventplanung - vor allem für Kommunikation, Recherche und Content-Erstellung. Auch auf Anbieterseite gewinnt KI an Bedeutung: 32% der befragten Hotels und Eventlocations setzen bereits entsprechende Anwendungen ein.
Nachhaltigkeit bleibt trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten auf der Agenda. Für 77% der Unternehmen spielt sie eine wichtige Rolle oder wird zunehmend wichtiger. 45% sind grundsätzlich bereit, für nachhaltigere Events höhere Kosten in Kauf zu nehmen - meist jedoch in einem moderaten Rahmen von bis zu zehn Prozent. Der vollständige MICE-Report 2026 steht hier zum kostenlosen Download bereit. (red)



